Zusammenfassung des Originalartikels aus dem Magazin “Die Volkswirtschaft” vom 09.12.2025:
Rolle der Wasserkraft in der Schweiz
- Die Schweiz verfügt über hervorragende natürliche Voraussetzungen für Wasserkraft (hohe Niederschläge in Voralpen/Alpen).
- Historisch war Wasserkraft früher fast alleiniger Stromlieferant; heute beträgt ihr Anteil etwa 60% der Schweizer Stromproduktion.
Entwicklung und Prognose
- Der Anteil der Wasserkraft sinkt im Strommix, weil andere erneuerbare Energien stärker wachsen sollen.
- Für 2035 ist ein Ziel von 37'900 GWh; für 2050 von 39'200 GWh aus Wasserkraft festgelegt.
- Aufgrund niedriger Strommarktpreise wurden in den letzten Jahren nur wenige neue Wasserkraftprojekte realisiert, sodass ein erheblicher Ausbau in den nächsten Jahren wahrscheinlich gering bleibt.
Bedeutung für Versorgungssicherheit
- Auch wenn der Ausbau begrenzt bleibt, spielt Wasserkraft eine wichtige Rolle für die Netzstabilität:
- Laufwasserkraft liefert kontinuierliche Energie.
- Speicherwasserkraft kann flexibel eingesetzt werden, um Netzfrequenzen zu stabilisieren und Blackouts zu vermeiden.
- Die installierte Leistung der Speicherkraftwerke liegt deutlich über dem Spitzenbedarf (~16,5 GW vs. ~8 GW).
- Die grossen alpinen Speicher können rund 8'900 GWh Energie speichern, was fast ein Viertel der Jahresproduktion entspricht.
Politische Rahmenbedingungen
- Mit dem überarbeiteten Stromversorgungsgesetz wurden Speicherreserven eingeführt und ein Ausbau von mindestens 2000 GWh bis 2040 geplant.
- Es gibt 16 konkrete Speicherprojekte, aber der Bund schätzt, dass nur rund 1100 GWh bis 2040 realisiert werden könnten.
Herausforderungen
- Viele Wasserkraftanlagen stehen vor Konzessionserneuerungen, da diese nach maximal 80 Jahren neu vergeben werden müssen.
- Dabei entscheiden Kantone und Gemeinden über Weiterbetrieb, Umweltauflagen und Eigentum – was modernisierte Anlagen und langfristige Stabilität beeinflusst.
Quelle: Christian Dupraz, 2025. Die Volkswirtschaft. Webseite.