Die diesjährige Ausgabe des Grossevents stand unter dem Titel “Mind the Gap”. Im Zentrum der Referate und Diskussionen standen die zunehmenden Lücken zwischen den energiepolitischen Zielen der Schweiz und deren tatsächlicher Umsetzung sowie die Notwendigkeit, diesen mit koordinierten und langfristig ausgerichteten Entscheidungen zu begegnen. Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, der Energiebranche und der Wissenschaft referierten und debattierten über die wichtigsten Herausforderungen des Schweizer Stromsystems: Die Versorgungssicherheit – insbesondere im Winterhalbjahr –, den Ausbau der erneuerbaren Energien, leistungsfähige Netzinfrastrukturen, wirksame Marktsignale, Flexibilität sowie die Einbettung der Schweiz in das europäische Stromsystem.
hydrosuisse war am ersten Tag u.a. mit der Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher (FDP/SG) in Bern vertreten, die an einem energiegeladenen Podium zum Stromabkommen zwischen der Schweiz und der EU teilnahm. Während von linker und rechter Seite versucht wurde mit sehr emotionale Voten Angst zu schüren, bekräftigte die hydrosuisse Präsidentin die positive Haltung des Verbandes zum Stromabkommen und hob die Vorteile des Abkommens für die Schweizer Wasserkraft hervor. Sie betonte zudem das Potenzial einer Strommarktliberalisierung, insbesondere hinsichtlich potenziellen Einsparungen für Schweizer Haushalte. Ein Blick nach Österreich zeigt, dass die Haushaltenach der Strommarktliberalisierung zwischen 2001-2019 insgesamt rund 300 Millionen Euro gespart haben.
Auch die verschiedenen Diskussionen und Referate am zweiten Tag machten deutlich, dass Herausforderungen in der Energiepolitik eng miteinander verknüpft sind. Versorgungssicherheit erfordert eine gesamtsystemische Perspektive und ein koordiniertes Vorgehen. Es braucht beschleunigte Bewilligungsverfahren, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, einen Ausbau der Winterproduktion, eine intelligente Stärkung der Netze sowie eine enge regionale, nationale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Wir gratulieren und bedanken uns bei den beiden Veranstalterinnen für die Möglichkeit zur Teilnahme am vergangenen Event und sind bereits gespannt auf die nächste Ausgabe am 14./15. Januar 2027 in Bern.


